12.03.2016 - Festung in den Bergen und 1.444 Säulen (mehr oder weniger)
 

Für den Transport zum Treffpunkt mit Anil brauchte ich auch wieder ein Tuktuk heute morgen. Das haben die Jungs von der Rezeption gemacht. Meinten auch das 100 R in Ordnung seien. Der Fahrer hat mich dann zwar auch gut gefahren, leider meinte er anschließend noch nachverhandeln zu müssen. Ich habe ihn stehen lassen und mich zu Anil ins Auto verdrückt. Irgendwas hat mir der Tuktuk Mann noch hinterher gerufen. Wahrscheinlich hat er mich verflucht oder sowas. :)

Als ich Anil dann erzählte, das ich am Tag zuvor doch noch beim Monsoon Palace gewesen sei, da würde er richtiggehend etwas sauer. Warum ich ihn denn nicht angerufen hätte und warum ich jetzt den anderen Taxifahrer bezahlt hätte. Keine Ahnung warum er sich so angestellt hat. Vielleicht war er in seiner Taxifahrer-Berufsehre geknickt oder vielleicht war es ihm auch unangenehm das es eventuell Mr. Ashok zu Ohren gekommen wäre, das der Gast andere Transportmittel angagiert.  Naja. Egal.

Heute stand eine größere Etappe auf dem Plan. Es sollte in die Berge gehen zu einem Fort und danach weiter nach Ranakpur.

Von Udaipur aus bis hoch in die Berge zum Kumbalgarh Fort hats von Morgens um 9 bis zum Nachmittags so ca. 15 Uhr gedauert. Zumindest wurde es sobald es bergiger wurde noch interessant. War mal was anderes als die ewig gleichen flachen Ebenen links und rechts der Straße. Natürlich musste berghoch wieder die Klimaanlage ausgemacht werden. Wir erinnern uns. Der etwas schwache Tata.

 

 

 

Am Fort angekommen meinte Anil das ich zusehen solle, das ich in einer Stunde wieder da wäre. Weil in Ranakpur wollten wir noch zum Jain Tempel und der macht um 17 Uhr oder sowas zu. Wenn ich jetzt noch stundenlang in der Festung gewesen wäre, hätten wir das nicht mehr geschafft. In der Festung war dann erst mal Treppensteigen angesagt. Vom Eingangstor (mit verdammt dicken Mauern) geht’s zur Festung erst mal in langen und spitzkehrigen Wegen recht anstrengend nach oben. Die eigentliche Festung liegt ein ziemliches Stück höher als wie der Parkplatz und das große Tor.

Im Fort ist mir jetzt garnicht so viel interessantes im Kopf geblieben. Es ging eher um das Setting auf dem Bergrücken allgemein und die tollen fetten Mauern, die sich über den ganzen Rücken ziehen. Da hatte sich irgendein Bauherr vor langer Zeit schon ziemlich verausgabt mit der Festung. Ich fands gut. War ne gute Idee hier herzukommen.

Vom Fort geht’s dann auf vielen Serpentinen runter ins Tal. Und unvermutet schnell ist man dann auch unten und ist beim Jain Tempel. Anil meinte, ich solle lieber die kurze Hose gegen eine lange Hose wechseln. Die wären hier recht penibel wenns um die Einhaltung der Regeln geht. Am Ticketschalter wurden dann auch von ein paar Frauen erst einmal die Röcke kontrolliert und die kurzen Ärmel an den Shirts kritisch beäugt. War der Rock zu kurz musste sich die Dame irgendein langes Tuch umbinden so das die Beine danach züchtig bedeckt waren.

Man durfte nichts aus Leder in den Tempel bringen, Schuhe waren selbstverständlich auszuziehen. Anil meinte zwar noch das Socken auch nicht erlaubt seien, das war aber Blödsinn. Auf Socks gings ganz selbstverständlich in den Tempel rein.

Der große Tempel ist bekannt wegen seiner insgesamt 1.444 Säulen, die alle individuell gestaltet und verziert sind. Und ja. Das sah stellenweise schon spektakulär aus. Ein nettes Detail am Rande. An allen 4 Seiten des Tempels stehen Elefantenstatuen. Die Statuen sind alle 4 gleich. Allerdings sitzt bei jeder Statue etwas / jemand anderes drauf. Von den 4 Elefantenpositionen hat man auch jeweils einen guten Blick durch den Tempel bis zum Heiligtum.

Ich fand es wirklich schön hier drin, der Besuch hat sich echt gelohnt. Zumindest ich wurde von den (selbsternannten?) Priestern in Ruhe gelassen die einem gegen eine kleine Spende nen Punkt auf die Stirn machen. Die haben sich auf die Reisegruppe aus dem Bus, der mit uns auf den Parkplatz gerollt war, gestürzt.

Zwei Sachen geschaut und schon war der Tag rum. Also blieb jetzt nur noch zum Hotel zu fahren. So weit wars jetzt vom Tempel nicht mehr. Allerdings wurde dann auch schnell klar, dass außer dem Hotel, dem Ranakpur Hill Resort, nicht wirklich viel in der Umgebung drumherum los war. Selbst Google Maps zeigte im vergrößerten Kartenausschnitt in der weiteren Umgebung nur viel leere Fläche an.

Dieses Hill Resort war aber ganz ok. Checkin war ganz locker. Zimmer war groß, großes Bett, große Sitzecke, das Bad vorzeigbar. Der Preis war zwar eher am oberen Limit angesiedelt, aber dafür wars auch die einzige nennenswerte Unterkunft weit und breit.

 

 

 

Das WLAN war allerdings kostenpflichtig. Als ich an der Rezeption danach gefragt habe, hat mir der Mensch dort mit ganz bedauernder Miene erklärt, das das WLAN für den Tag leider 200 Rupien kosten würde. Er drückte sich so verlegen aus, als ob ihm das sehr leid täte. Nun sind 200 R ja keine 3 Euro und ich habe diesen Betrag tapfer investiert. Ich hatte den Eindruck das sich der Kollege irgendwie gewundert hat, das ich das ohne Riesenprotest direkt bezahlt habe.

Ich habe mir dann im Restaurant was zu trinken geholt und mich in meine Sitzecke verdrückt, und noch die Internet-Updates des Tages geholt. Ich habe da ungefähr ne Stunde verbracht und in dieser Zeit gab es ungefähr 7-8 Stromausfälle. Teilweise ne Minute, teilweise 5 Minuten. Das war am Ende doch recht nervig.

Ich denke mal das die später im Restaurant auch mit Gas gekocht haben und Kerzen aufgestellt haben, da auch am Abend im Restaurant dauernd mal kurz der Saft weg war. In solch einer hohen Frequenz hatte ich das auch noch nicht erlebt.

Das Essen war OK, aber nichts berauschendes. Irgendwie wars schon bei Anlieferung ein wenig kalt. Zumindest wars nicht teuer. Von daher wars OK. Ich konnte noch zwei Tische weiter zwei Leute beobachten (ich glaube sogar es waren Deutsche. Vater und Tochter (oder junge Geliebte) oder sowas), die waren offenbar penibel darauf bedacht ja nix indisches zu essen. Die haben sich Pommes mit Unmengen Ketchup bestellt. tststs

Live Bericht vom Abend des 12.3.
 

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